Büchertelefonzelle – offener Bücherschrank für Krenglbach

Büchertelefonzelle – offener Bücherschrank für Krenglbach

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Krenglbach liest

Die Idee stammt von Margarete Mittermayr, die in einem Interview am gelben Sessel vorschlug, dass ein offener Bücherschrank gut nach Krenglbach passen würde. Wir haben mittlerweile auch im Kulturausschuss drüber gesprochen, bei A1 habe ich eine Telefonzelle geordert – die sind kostenlos, man muss sich nur anmelden – und somit brauchen wir eigentlich nur mehr umsetzen, sobald die Zelle kommt. Ein Standplatz war auch schnell ausgelotet, aber noch ein wenig Geduld. Der Bücherschrank wird in jedem Fall zentral im Ort sein.

Was sagt die Schul- und Bibliotheksleiterin dazu?

Monika Anzenberger meint, die Zielgruppe des offenen Bücherschranks sei eine ganz andere als die der Bibliothek. Sie sieht es als  erfrischende Idee für die Krenglbacher LeserInnen und empfindet sich nicht wirklich in Konkurrenz dazu, lediglich in der Bücherei selbst, wäre ein offener Bücherschrank fehl am Platz.

Telefonzellen als offener Bücherschank in zahlreichen Gemeinden

Warum Telefonzellen? Nun sie sind Wetterfest und in großen Mengen verfügbar, weil die Handies sie in großem Umfang obsolet machten. Auch ein wesentlicher Punkt ist, dass sie wirklich rund um die Uhr verfügbar sind und niemand etwas aufsperren muss. Im In- und Ausland sind viele solche ehemaligen Telefonzellen zu finden, aus Lizenzgründen können wir hier nicht die vielen Bilder zeigen, die eine Simple Google-Suche zu dem Thema auswirft, aber klickt mal hier: >> Bildersuche zur Büchertelefonzellen auf Google

Lesen ist in, Bücher brauchen aber Platz und jede Menge davon, die man im Regal hat, liest man ziemlich sicher nicht ein zweites Mal. Wer so wie ich, es kaum übers Herz bringt, ein Buch wegzuwerfen, hat hier nun die Möglichkeit ein wenig frisches Bücher-Blut ins heimische Regal und gleichzeitig in die Gemeinde zu bringen. So wird der alte Stephen King, der mir vor Jahren eine schlaflose Nacht gekostet hat, weil ich ihn nicht weglegen konnte, sich über ein neues Zuhause sicher freuen und ich kann stöbern, ob sich denn im offenen Bücherschrank nicht ein anderes Werk findet, das nun seinen Platz einnimmt. Noch einmal lesen würde ich das Buch nicht – die Geschichte kenne ich nun, vielleicht aber jemand von euch noch nicht?

Was der offene Bücherschrank nicht ist, ist eine Buchabladehalde. Weder können hier einfach Bücher abgeladen, noch soll er zugemüllt werden. Ich vertraue hier auf die LeserInnen in Krenglbach, die genau wissen, wovon ich spreche.

Freuen wir uns aufs Lesen!

Meine aktuellen Buchtipps für den Sommer:

Die Buchtipps hier sind teilweise zu Thalia verlinkt, ich verdiene mit den Links kein Geld, mir geht es lediglich darum, für euch mehr Infos zu den Büchern zur Verfügung zu stellen. Wo ihr die dann bezieht, wenn ihr das denn vorhabt, bleibt ganz euch überlassen 😉

Spannend für alle, die Physik mögen und sich auch in einem Sachbuch verlieren können:

> Die Gottes-Formel von Michio Kaku – Die Suche nach der Theorie von Allem 

Krimi-Freunden kann ich Andreas Gruber ans Herz legen – mit eigentlich allem was er so schreibt 😉

> Autorenseite von Andreas Gruber bei Thalia

Für Science Fiction ist das Feld breit, jene die ich empfehlen würde sind aber nicht viele. Eine sehr heitere neuere Geschichte, die mitunter auch ein wenig das Lachen im Hals stecken bleiben lässt, weil da gewisse Parallelen zu erkennen sind ist

> Quality Land von Mark Uwe Küng

und

> Quality Land 2.0 ebenfalls von Mark Uwe Küng

Die beiden Bücher sind zwar schon von 2019 und 2020 und die Kenner haben sie wahrscheinlich schon durch, allen anderen, die einen Blick auf eine mögliche Zukunft werfen wollen und sich in Gedanken dann besinnen, was davon eher nicht so prickelnd ist, kann ich sie besten Gewissens ans Herz legen.

Meine Allzeit-Favoriten seien auch kurz erwähnt:

> Cryptonomicon von Neal Stephenson

Das Buch braucht Zeit, also nichts für zwischendurch. In drei Erzählsträngen, in zwei Zeitebenen geht es um Gold, eine Verschwörung, Verschlüsselung und Daten und man darf mit den gut gezeichneten Protagonisten mitfiebern. Neal Stephenson ist sowieso einer meiner Lieblingsautoren – von ihm empfehlen würde ich noch „Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O„, „Error“ und wer es wirklich wissen will, nichts gegen Philosophische Ansätze hat und ein entsprechendes Durchhaltevermögen beim Lesen, der kann sich auch mit „Anathem“ anfreunden. Ich finde es genial, das Buch neigt aber dazu, zu polarisieren.

Und dann wären da noch

> Daemon und > Darknet von Daniel Suarez

Die Beiden Bände gehören zusammen und sind eine Sache die in einer sehr nahen Zukunft spielen könnten. Mit Daemon ist übrigens kein böses Wesen gemeint sondern einen Dienst der in einem Computersystem im Hintergrund abläuft. Darum geht es auch in dem Buch, was wenn ein scheinbar einfacher Hintergrundprozess in vernetzten Systemen gezielt eingesetzt wird. Der Zweiteiler ist meiner Ansicht nach mit Abstand das Beste, was Suarez geschrieben hat, daher kann ich ihn auch nicht ganz vorbehaltlos empfehlen, unterhaltsam sind sicher alle seiner Werke, zum Denken regen nicht alle in diesem Maß an.

Tja… und wenn ich schon dabei bin über Romane zu schreiben….

Immer wieder gut sind von Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ und die Folgebände, alles Mögliche von meinen Lieblingssatirikern Ephraim Kishon und Hugo Wiener, die älteren Werke von Stephen King (mit den neuen kann ich mich nicht anfreunden), Daniel Glattauer hat auch seine Glanzstunden, sehr kontrovers aber durchaus lesenswert sind die Bücher von Timur Vermes „Er ist wieder da“ und “ Die Hungrigen und die Satten“, Mario Puzo kann man immer lesen – der Pate ist bekannt, aber die Vorgeschichte „Die Corleones“ kann auch was und ist erst vor ein paar Jahren erschienen, von Therea Hannig ist das Buch „Die Optimierer“ und der Folgeband „Die Unvollkommenen“ spannend und auch wieder ein Denkanstoß, was die digitale Welt angeht, Ken Follett macht einfach Freude, weil er mit jedem seiner Bücher auf eine Reise mitnimmt, die lockeren Zeitreiseromane von Sam Feuerbach sind fein und kurzweilig, Spannend und hart sind die Tesseract Romane von Tom Wood, na ehrlich wer über Bücher plaudern will, wir setzen uns am besten zusammen…

Literatur Cafe in Krenglbach?

Eine weitere Idee von Margarete Mittermayr ist das Literaturcafe in Krenglbach – praktisch ein Stammtisch der anderen Sorte. Sobald die Normalität wirklich eingekehrt ist und ein Zusammenkommen wieder ohne Bedenken möglich ist, fassen wir das ins Auge.

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch,

Gerald

P.S.: Liebesromane? Romantisches? Fehlt euch hier? Hm.. ja also vielleicht hat jemand von euch eine Empfehlung, ich lese sowas normalerweise wirklich nicht…. aber ich lasse mich gerne inspirieren 😉